Es ist Krieg und fast keiner protestiert

Die Friedensbewegung ist praktisch tot!

Ein Tabu? Es wird Zeit darüber zu sprechen!

Vor Jahren hatte das Thema Frieden Hunderttausende auf die Straßen gebracht. Heute schrumpfen die immer älter werdenden Häuflein in linken und christlichen Zirkeln zur Bedeutungslosigkeit.

In den Medien präsent und real wirksam ist, von gelegentlichen Pressestatements der ‚Linken‘ abgesehen, einzig das Engagement von Einzelkämpfern wie Jürgen Grässlin. Die jährlichen Kurzmeldungen über die Ostermärsche haben nostalgischen Charakter.

Es gibt zahllose Seiten von kleinen lokalen Grüppchen oder Privatpersonen die scheinbar beziehungslos im uferlosen Internet nebeneinander hertreiben.

 Hier mein Beitrag zur Diskussion:

 Das Thema Krieg ist medial omnipräsent und mit dem zunehmenden Einsatz der Bundeswehr in Krisengebieten im allgemeinen Bewusstsein. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt sowohl Auslandseinsätze wie Waffenexporte ab. Aber die Mehrheit schweigt frustriert! SPD und Grüne sind als Parteien seit ihrem kriegspolitischen Schwenk nicht mehr wie früher mobilisierender Teil der Anti-Kriegs-Bewegung. Die Älteren haben den Glauben an das repräsentative unserer Demokratie verloren. Die Verantwortung wird resigniert in die Wahlurne gelegt statt ‚unsere‘ Volksvertreter  durch Kontrolle (Abgeordnetenwatch.de) und (öffentliche) Kritik ihres Abstimmungsverhaltens unter Druck zu setzen.

Und die Jungen? „Die Jungen sind politisch nicht interessiert“

Und was ist mit den Massendemos zu TTIP?

Könnte es sein, dass die geriatrischen Diskussionsforen, auf denen autistisch die ewig gleichen Stereotypen durchgekaut werden, tatsächlich nicht attraktiv für lösungsorientierte und eher aktionsbereite junge Leute sind?!

Flash-Mobs, Mobilisierung über soziale Medien, konkrete, phantasievolle, spektakuläre Aktionen…. sind nicht Teil des Werkzeugkastens der in die Jahre gekommenen, situierten Alt-Bewegten.

 

Es scheint sich über die Jahre eine Grundhaltung der Aus-/Abgrenzung breit gemacht zu haben. Man engagiert sich inzwischen traditionell neben- wenn nicht gegeneinander. Linke, Christen, Friedensleute in der SPD oder bei den Grünen, Gewerkschafter, DFG/VK, Aktion Aufschrei ……. Jede Gruppe pflegt inzüchtig ihr Forum, hat ihre homepage. (im günstigsten Fall wenigstens über das Netz virtuell mit ein paar anderen verlinkt).

 

Wir leben in einer Mediengesellschaft. Worüber nicht berichtet wird das findet nicht statt!

Die Presse berichtet über alles Laute, Spektakuläre, Freche, Grenzlegale.

Anderes fällt als gut gemeintes ‚Gutmenschentum‘ durch den Rost.

Sehr viele Menschen werden durch ihr Engagement für Flüchtlinge neu auf die Kausalkette Flucht-Krieg-Waffenproduktion aufmerksam. Zusammen mit all jenen, die bisher schon stillschweigend gegen Kriegseinsätze und  Waffenexport waren sind sie ein riesiges Potential, das gesammelt werden könnte/müsste.

Was tun?        Lasst uns gemeinsam darüber nachdenken!

Zu diesem Zweck maile ich diesen Text an möglichst viele Initiativen/Einzelpersonen die zum Thema Frieden im Internet zu finden sind um eine Diskussion anzuregen und die Reaktionen, eure  Diskussionsbeiträge,  zu sammeln und in einem Blog zu veröffentlichen. Ich hoffe  und freue mich auf ein vielfältiges feed-back!

(Bitte nur konstruktive Rückmeldungen. Revanchefouls von Menschen die sich angegriffen fühlen – war nicht das Ziel – sind vergeudete Energie.)

 

Wer ich bin und weshalb ich den Text geschrieben habe:

Hans Eitle, 61, Bad Zwesten bei Kassel johneitle@t-online.de

(Hausmann, drei Kinder auf den Weg gebracht, Musiker https://www.youtube.com/watch?v=eHQG87lqVK4 )

Vor vielen Jahren Kriegsdienstverweigerer und fast ebenso viele Jahre nicht in der Friedensbewegung aktiv. Als ich das jetzt ändern wollte und nach Ansätzen zum Engagement gesucht habe war ich schockiert über den Zustand der „Bewegung“. Ich fand sie ‚auf der Straße‘ nicht präsent, institutionell und theoretisch im Elfenbeinturm isoliert.

 

 

 

 

 

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